Österreich

Der Lauda Air Absturz - eine Tragödie auch für die Universität Innsbruck

223 Menschen starben an Bord der Lauda Air Boeing "Mozart", die am 26. Mai 1991 wegen eines "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" durch Wartungsfehler begünstigten Defekts an der Schubumkehr 15 Minuten nach dem Start in Thailand abstürzte - Foto: Interessengemeinschaft Luftfahrt Fischamend / www.ilf.or.at

Unter den 223 Todesopfern des "Mozart"-Absturzes am 26. Mai 1991 befand sich auch eine Gruppe von Professoren und Studenten der Universität Innsbruck. Sie war auf der Rückreise von einer Exkursion aus Hongkong.

Alle 213 Passagiere, die beiden 2 Piloten und  die 8-köpfige Kabinenbesatzung starben als die Boeing 767-300ER, OE-LAV, "Mozart", der Lauda Air am 26. Mai 1991 15 Minuten nach dem Start in Bangkok abstürzte. Grund für den Absturz war, dass sich die linke Schubumkehr während des Steigfluges aufgrund eines Konstruktionsfehlers geöffnet hatte. Allerdings hätte die Maschine bereits seit Ende Jänner 1991 überhaupt nicht mehr fliegen dürfen, weil die Techniker die seit einem halben Jahr immer wieder aufgetretenen Fehlermeldungen zur Schubumkehr nicht in den Griff bekamen. So steht es schwarz auf weiß in einem Gutachten der Staatsanwaltschaft Wien.

Unter den 213 Passagieren des Unglücksfluges Lauda Air 004 am 26. Mai 1991 befand sich auch eine Gruppe der Universität Innsbruck. Sie bestand aus den Professoren Clemens August Andreae und Michael Lehmann sowie den Uni-Assistenten und Studenten Alois Ausserlechner, Alexander Bargehr, Reinhard Brunner, Cornelia Dicken, Markus Dorner, Meinhard Egger, Rupert Eigl, Carmen Gamper, Josef Gasser, Barbara Kammerer, Maria Mader, Silvia Mathis, Ernst Müller, Peter Neukäufler, Robert Rass, Claus Rinderer, Helga Steiner, Theodor Weirather sowie dem 24-jährigen Oliver Jacobs. Der aus Lienz in Osttirol stammende Student Alois Ausserlechner hat einen Tag zuvor in Asien im Kreise seiner Kommilitonen seinen 26. Geburtstag gefeiert. Mehrere Angehörige dieser Reisegruppe stammten aus Südtirol.

Die Gruppe hatte eine Exkursion in die damals noch britische Kronkolonie Hongkong unternommen und befand sich auf der Rückreise nach Innsbruck als sie verunglückte.

Der Verlust von zwei angesehenen Professoren und 19 Uni-Assistenten beziehungsweise Studenten war eine menschliche Tragödie ungeahnten Ausmaßes und auch ein schwerer Schlag für die Universität Innsbruck. Fast alle Angehörigen dieser Gruppe konnten identifiziert und die Heimat überstellt worden - einzig bei der 23-jährige Barbara Kammerer aus Kiens im Südtiroler Pustertal war eine Identifizierung nicht möglich. Sie ruht deshalb mit 26 weiteren nicht identifizierten Opfern des Absturzes im Gemeinschaftsgrab auf dem Lauda Air Friedhof in Thailand.

Ausführliche Interviews mit der einstigen persönlichen Mitarbeiterin von Professor Andreae und dem Sohn von Professor Lehmann lesen Sie in meinem Buch "Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der ,Mozart' - Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe", erhältlich bei zahlreichen Buchhändlern sowie (unter anderem) im Sortiment von Freytag & Berndt oder Manz.

Ich bin den beiden Herrschaften zu großem Dank für die Unterstützung meiner Arbeit verpflichtet.

Text: Patrick Huber